„Zwei gekreuzte Hämmer und ein großes (oh)W ....“
oder warum Papa immer noch der Beste ist.
Habe ich mich noch letzte Woche drüber aufgeregt, daß Leute einfach krank sind und nicht arbeiten, so hat es mich selbst fast dahin gerafft. Aber hee, nicht in der Woche wo Papa da ist, da kann so was nicht passieren. Also bin ich trotz Fieber und Gebell auf Arbeit. Schön dumm, ich weiß. Aber mal ganz ehrlich, ich bin ja für meine Blödheit bekannt, also was solls? Früh noch etwas geschlafen, dann Ubahn gecheckt und mit den Leuten verabredet. Mittags aufstehen, wieder Mails checken, dann ins Bad, rasieren & duschen. Ab zur Ubahn und auf nach St. Pauli.
Am Fanladen die üblichen Verdächtigen getroffen. Kartenfrage geklärt, ein Bier spendiert für eine Sicherheitskopie. Danke noch mal an DD#1. Dann selbst eins getrunken und Pläne für den weiteren Abend geschmiedet. Mit Paul noch auf die Familie gewartet und dann sind wir auch schon ins Stadion. Nicht zu zeitig, eben rechtzeitig. Die Kinder nach oben und die haben auch gleich ihr selbstgemaltes Plakat angehangen.
. Einsingen war für mich heute tabu. Okay, ich habe es hin und wieder versucht. Aber wenn dir beim Singen die Lunge mit raus flattert, dann sollte man sich eine Pause gönnen. Doch Du kannst Dir sicher vorstellen, wie schwer es mir gefallen ist die Fresse zu halten. Kein Pöbeln, kein Schreien, kein Singen. Schrecklich. Und ganz schrecklich wird es, wenn man Leute neben sich hat, die können aber nicht wollen wo hingegen man will aber nicht kann.
Das ganze Stadion hat mitgemacht beim „Aux Armes“, recht okay. Dann Spielbeginn und ... naja. Selbst gesehen. Was soll man da noch schreiben? Natürlich kann man es locker und beinahe überheblich runter spielen, so wie in Baden am Montag. Aber man muß aufpassen, daß es nicht zu einem Bumerang wird. Es war schon ein Festival der Fehlpässe. Ja beinahe ungewohntes Bild. Hatten wir noch daheim gegen die Löwen recht gut gespielt und dumme Gegentore kassiert, war es diesmal so, daß man schon in Hälfte eins merkte, daß es ganz ganz schwer werden würde. Und so fiel auch aus dem nichts heraus das 1:0 durch Ebbers. Drittes Tor im dritten Spiel nach der Verletzung. Da ist aber mal jemand zurückgekommen, freut mich wirklich sehr. Hätte, wenn und aber, ich weiß, aber hätten wir im Anschluß gleich die nächsten Chancen genutzt, nun ja, es hätte über einiges hinweg getäuscht. Aber haben wir nicht und so wurden wir eigentlich noch glücklich mit 1:0 in die Pause geschickt.
Schon kurz nach der Pause aber machte Aue einfach mal Schluß mit lustig und fing an die Überlegenheit auch in Großchancen und Tore umzumünzen. Pfostenschuß für Aue! Sobiech klärt kurz vor der Linie und verletzte sich dabei. Daher, gute Besserung. Nun ja, und dann machte Aue aus drei Angriffen von uns, wo wir vor Gegners Tor standen und beste Möglichkeiten zum Einnetzen hatten, drei klasse Konter und wir lagen ratzfatz 1:3 zurück. Und es war nicht mal unverdient. Na klar, auch wir waren hin und wieder am Drücker. Aber nicht zwingend und daher auch nicht erfolgreich. Okay, Saglik machte noch das 2:3, aber für mich sah es derbe nach Abseits aus. Und ob wir 2:3 oder 1:3 verlieren, dies ist doch mal grad egal. Vielleicht auch alles gut so. So wurden uns die Grenzen aufgezeigt, wir wissen wieder daß wir geerdet sind und der Höhenflug erst mal gestoppt ist, der Hype sich legt und man sich wieder auf das Spiel konzentrieren kann und muß, statt zu lässig, zu arrogant aufzutreten.Nicht daß Du mich falsch verstehst, ich werfe der Mannschaft nicht wirklich die große Lässigkeit vor, keine Frage. Aber ein Fehlpassfestival, die schlechte Chancenverwertung und die mangelnde Körpersprache aufm Feld, dies war heute maßgeblich für die Niederlage. Und hee, ich finde auch, daß sie zum richtigen Zeitpunkt kam.
Dennoch die Mannschaft mit Applaus in die Kabine geschickt. Ist doch klar. Unklar wiederum für mich ist, daß da wohl jemand was aufs Feld bzw auf den Schiri geworfen haben soll. Oder hat, oder was auch immer. Ich neige in meinem emotionalen Fußballschauen auch dazu auszuticken. Wenn ich könnte wie ich wollte, ich würde oftmals übern Zaun springen. Habe ich ja alles schon mal geschrieben. Ich zitiere mich mal selbst aus dem Schalke-Bericht: „Noch nie Emotionen gefühlt? Wie auch? Noch nie vor Wut gegen den Zaun getreten? Wie auch? Noch nie versucht aufn oder übern Zaun zu springen, weil die Ungerechtigkeit immer größer wurde? Wie auch? Noch nie daran gedacht das Telefon, ein Feuerzeug oder einen Bierbecher aufs Feld zu werfen, am Besten noch den Schiri zu treffen? Nein? Ich schon. Oft genug. Vor allem dann, wenn eben die Ungerechtigkeit am Größten war. Auch habe ich oft daran gedacht, übern Zaun zu springen um mir den Schiri zu schnappen. Was denkt Du denn? Gehts Dir nicht manchmal auch so? Nein? Mir schon. Und es ist völlig normal. Wenigstens für mich. Ich meine das Brüllen, das Toben, das Fluchen, das Jubeln, das Austicken. Ja, austicken. Dies kommt von den Emotionen. Weil ich das Spiel mitspiele. Weil ich mein Herzblut reinstecke. Weil ich Fan bin. Ja, weil ich Fan bin.“. Also alles schon mal irgendwie selbst gewollt .... und dann vielleicht doch nicht durchgezogen. Wer weiß. Und doch, ich stand ja nicht daneben und ich habe auch selbst nichts geworfen, daher kann ich zu den Gründen selbst nichts sagen. Wohl aber, daß diesmal der Schiri, im Gegensatz zum Schalke-Spiel, absolut nichts für den Spielverlauf konnte. Er hat seinen Job eigentlich ganz gut gemacht. Aber wie gesagt, ich stand nicht daneben, ich habe es nicht gesehen, ich kann dazu eigentlich nichts sagen. Außer vielleicht ... mal abwarten was bei raus kommt.
Wir dann also nach dem Spiel raus. Südkurvenvorplatz. Sammeln zur Demo gegen Markus Schreiber. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt. Was beeindruckte war die Schnelle in der die Demo angemeldet und kommuniziert wurde. Und auch, daß sich dann gut 2.000 Leute noch dazu gesellten um ihren Unmut Ausdruck zu verleihen. Dank an den Organisator und die Mitwirkenden im Vorfeld der Demo. Und so zogen wir durchs Viertel hin zum Zaun der Schande. Ob es nötig war, daß einige von Team Green wieder pfeffern mußten? Ich glaube nicht. Ebenso glaube ich nicht, daß man Wasserwerfer der neusten Generation auffahren muß um damit auch noch zu drohen. Wie immer war die Verhältnismäßigkeit des Wahnsinns fette Beute. Sich dann aber per Pressekonferenz, wie in Berlin, so mal absolut zum Affen zu machen, einfach irre. Wie dem auch sei, diese Demo war richtig & wichtig, keine Frage. Auch wenn wir uns von der BSSP an diesem Abend etwas anderes vorgenommen hatten, war es klar, daß wir zahlreich dabei sein werden.
Zum Ende hin, nachdem sich die Demo auflöste, trafen wir uns an der kleinen Pause wieder, schon weil wir die bösen Buben sehen wollten, die ja jeden Gästefan das Fürchten lehren. So stand es jedenfalls im Forum. Und da bin ich doch mal neugierig gewesen.
Apropos neugierig. Las ich doch im Vorwort der Basch #4 diesen Satz: „keinen Gruß an einen, der uns nicht mehr behelligen wird. Die warten in der Hölle auf Dich.“. So direkt fragen mag man ja nun auch nicht. Ich meine, wer gibt schon gerne zu, daß er neugierig ist. Was aber hat es mit diesem Satz auf sich? Naja, wenn man nicht fragt, wird man es wohl nie erfahren .... . hmmmmm. Den Kiezkieker habe ich natürlich auch gekauft. Lohnenswert, siehe Gellert-Bericht und auch Körperflüssigkeiten.
Nach der kP sind einige noch ins Jolly, ich bin heim. Naja, und jetzt kommts ganz dicke :-D.
„Der Papa wirds schon richten, der Papa machts schon gut, der Papa der macht alles was sonst keiner gerne tut. Der Papa wirds schon richten, wir haben ja zum Glück, den guten alten Papa, unser bestes Stück.“ Tja, und manchmal ärgert man sich doch, daß man nicht in Freiburg, Erfurt oder Berlin wohnt. Ich mochte ihn ja schon als er noch Präfekt der Glaubenskongregation war. Naja, man muß den Nachfolger der Inquisition einfach lieben :-D. Da fällt mir gerade eine Geschichte ein, die ich mal als Jugendlicher hörte. Angeblich soll es sich in Leipzig zugetragen haben. Nach der heiligen Osternacht trafen sich Freunde und Familien bei jemand daheim und verbrachten einen netten Tag zusammen. Und früher schrieb man hin und wieder in die weite Welt hinaus. Und so kamen Autogrammkarten von JP II., Poster usw von Radio Vatikan. Und irgendwer hat ein paar Autogrammkarten um den Fernseher positioniert, grad als Johannes Paul II. seinen Segen „urbi et orbi“ und die Ostergrüße in x-verschiedenen Sprachen in die Welt sendete. Und angeblich sollen Dartpfeile geflogen sein ... nicht gegen die Mattscheibe. Aber hee, ich habs auch nur gehört :-D
In diesem Sinne, Euer Jens
ach ja, auf FB zu finden unter: BSSP Breitseite St. Pauli (und nun klick GEFÄLLT MIR)